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Sonniger Herbst oder Ebbe im Portemonnaie?
Die Zunahme der Altersarmut in Deutschland ist ein schleichender Prozess. Wissenschaftliche Untersuchungen weisen auf ein deutlich steigendes Risiko in der Zukunft hin. Vor allem Arbeitnehmer im Osten Deutschlands sind von dieser Entwicklung betroffen.


Renten in Ostdeutschland sinken unter die Grundsicherung

Nach einer 2010 veröffentlichten Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin wird für einen Großteil derjenigen, die ab Ende 2020 im Osten Deutschlands in den Ruhestand gehen, die gesetzliche Rente nahe oder unter der zur Zeit vom Staat bezahlten durchschnittlichen Grundsicherung von rund 600 EUR liegen. Die gegenwärtig noch relativ stabile Lage der gesetzlichen Rente verleitet die Menschen jedoch dazu, die Problematik zu unterschätzen. Die demografische Entwicklung wird aber zwangsläufig zu Leistungskürzungen bei der gesetzlichen Rente führen und private Vorsorge umso notwendiger machen. Fehlt eine rechtzeitige private Vorsorge, werden die Auswirkungen des langfristigen Trends zu steigender Altersarmut für manchen Betroffenen verheerend sein.


Jugendliche denken an Morgen, sind aber unsicher bei der Altersvorsorge

Die Studie "Jugend, Vorsorge, Finanzen – Herausforderung oder Überforderung?" der Einrichtung MetallRente aus dem Mai 2010 zeigt, dass eine Vielzahl der Jugendlichen und jungen Erwachsenen aufgrund von sehr komplizierten Regelungen kaum für das Alter vorsorgen. So steuern viele junge Menschen unabdingbar und ungewollt auf die Altersarmut zu. Eine Umfrage von Ende 2011 im Auftrag der Landesbausparkassen ergab, dass sich knapp 90 % der Jugendlichen bereits intensiv mit ihrer Altersvorsorge auseinander setzen. Oft fehlt es jedoch am Wissen, was konkret bereits in jungen Jahren zu tun ist, um fürs Alter vorzusorgen. Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung Bund möchte Jugendlichen die Thematik näher bringen. Auf der Website www.rentenblicker.de Link zu den Internetseiten der Initiative der Deutschen Rentenversicherung Bund
www.rentenblicker.de können junge Menschen anhand von Beispielen Rentenmodelle besser verstehen und nachvollziehen.


Renten werden bereits für die Babyboomer-Jahrgänge geringer ausfallen

Aber nicht nur für Jugendliche ist eine zusätzliche private Rentenvorsorge nötig. Bereits die geburtenstarken Jahrgänge von Mitte 1950 bis Mitte 1960 werden von den Leistungseinschränkungen der Rentenpolitik in Deutschland betroffen sein. Auch sie müssen darüber nachdenken, wie sie in Zukunft die staatliche Rente durch private Absicherung aufstocken können. Für nachfolgende Generationen wird sich, durch das kontinuierliche Abschmelzen der staatlichen Rentenversorgung, das Risiko von Altersarmut betroffen zu sein immer stärker erhöhen.


Immer mehr Rentner haben einen Nebenjob

Angaben des Bundesarbeitsministeriums aus dem Jahr 2012 bestätigen die Auswirkungen der Rentenkürzungen bereits heute. Demnach haben in Deutschland 660.000 Rentner einen gemeldeten Nebenjob. Zu den häufigsten Tätigkeiten gehören Putzen, Taxifahren, Hilfstätigkeiten im Supermarkt oder das Austragen von Zeitungen. Der Anteil der Rentner, die Einkünfte aus einem Nebenjob erzielten, ist nach Angaben des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) zwischen 1995 und 2009 von 3,5 auf 5,7 % gestiegen.


Ursachen zunehmender Altersarmut in Deutschland

 

  • Absenkung des Rentenniveaus

Um die Rente für zukünftige Generationen zu sichern, haben die deutschen Regierungen in den vergangenen Jahren die gesetzliche Rente reformiert und immer neue Kürzungsfaktoren in die Formel zur Berechnung der Rentenanpassung eingeführt. Riester-Faktor und Nachhaltigkeitsfaktor heißen die "Übeltäter", die die Rentenhöhe für die Beitragszahler über die Jahre und Jahrzehnte hin bis zum Renteneintritt stetig schmälern.

Da die Rentensteigerungen durch die Einrechnung dieser Faktoren jedes Jahr ein wenig hinter der Steigerung der Löhne zurückbleiben, sinkt das Rentenniveau, also das Verhältnis zwischen Rente und Lohn, in der Zukunft immer weiter. "Wer heute in Rente geht, erhält im Schnitt sieben Prozent weniger als vor zehn Jahren", sagte Jan Goebel vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) im Jahr 2011. Und diese Entwicklung soll sich weiter verschlechtern: Bereits bis 2025 wird das Netto-Rentenniveau laut Bundesarbeitsministerium um weitere 10 % sinken. Demnach soll das Netto-Rentenniveau von derzeit 50,8 % auf 45,2 % sinken. Auch die Berechnungen der Rentenversicherungsträger bestätigen diesen Trend. Das Netto-Rentenniveau werde bis zum Jahr 2030 wohl unter die Marke von 40 % rutschen.

  • Die Rente mit 67

Nach Einschätzung von Gewerkschaften und Sozialverbänden wird auch die Anhebung des Renteneintrittsalters die Rentenansprüche eines Großteils der Bevölkerung erheblich mindern. Schon ab dem Geburtenjahrgang 1947 beginnt die stufenweise Anhebung des Renteneintrittsalters. Seit dem 1. Januar 2012 bis zum Jahr 2023 wird jeder Jahrgang jeweils einen Monat später in Rente gehen. Ab 2024 steigt das Renteneintrittsalter pro Jahrgang um jeweils zwei Monate, bis im Jahr 2029 (ab dem Geburtsjahrgang 1964) dann das gesetzliche Renteneintrittsalter von 67 Jahren erreicht ist.

Was zunächst lediglich nach mehr Arbeit für den Einzelnen aussieht, hat in der Praxis meist eine drastische Kürzung der Rentenansprüche zur Folge. Wer wegen gesundheitlicher Probleme oder aufgrund einer drohenden Entlassung gezwungen ist, früher in Rente zu gehen, der muss mit einem Rentenabschlag von 0,3 % rechnen - und zwar pro Monat, den er früher in Rente geht! Will oder muss man sich also mit 65 Jahren zur Ruhe setzen, so bekommt man während der gesamten Rentenbezugszeit 7,2 % weniger Rente als frühere Generationen. Noch nicht betroffen von dieser Regelung sind Menschen, die mindestens 45 Beitragsjahre vorweisen können. Diese dürfen wie in der Vergangenheit ohne Kürzung bereits mit 65 Jahren in Rente gehen. Diese Maßnahme trifft Akademiker, die wegen ihrer langen Ausbildungszeiten selten 45 Beitragsjahre erreichen.


Bevölkerungsschichten mit dem höchsten Risiko

Altersarmut wird in weiten Kreisen der deutschen Bevölkerung ein Thema werden. Nicht nur Arbeitslose und Geringverdiener, sondern auch viele Selbstständige und Gutverdiener geraten in Gefahr, im Alter nicht angemessen versorgt zu sein.

  • Arbeitslose und Geringverdiener

Die aktuellsten Untersuchungen der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung auf diesem Gebiet aus dem Jahr 2009 zeigen, dass selbst Arbeitnehmer, die 45 Jahre lang ununterbrochen beschäftigt waren, pro Stunde mindestens 9,47 EUR brutto verdienen müssen, um künftig eine Alterssicherung zu erhalten, die über der durchschnittlichen Grundsicherung durch den Staat liegt. Niedriglöhner in Westdeutschland kamen im Jahr 2010 jedoch nur auf einen Durchschnittsverdienst von 6,68 EUR, laut aktuellster Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung dazu. Geringverdiener im Osten verdienten demnach im Mittel sogar nur 6,52 EUR. "Selbst bei einem bruchlosen Erwerbsleben werden Geringverdiener im Ruhestand auf staatliche Unterstützung angewiesen sein", bemerkt dazu Thorsten Schulten vom WSI, dem Forschungsinstitut der Hans-Böckler-Stiftung.

Die Ausweitung der Minijobs, Phasen der Selbstständigkeit und längere Zeiten der Arbeitslosigkeit mindern den bereits geringeren Rentenanspruch der Niedriglöhner (Geringverdiener) immer mehr. Nach der Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) aus dem Jahr 2010 sind vor allem Ostdeutsche von dieser Entwicklung betroffen. "Bei den jüngeren vom DIW untersuchten Jahrgängen in Ostdeutschland werde der durchschnittliche Rentenzahlbetrag demnach unter das durchschnittliche Niveau der Grundsicherung fallen."

Dieser Zyklus von Beschäftigung, Arbeitslosigkeit, Teilzeit- und Minijob wirkt sich nach der Recherche des DIW vor allem für ostdeutsche Frauen negativ aus. Frauen aus den Jahrgängen bis 1951 können im Alter noch auf steigende Durchschnittsrenten hoffen. Bei den darauf folgenden Jahrgängen fallen die Renten von einem Niveau von rund 800 EUR bis unter 500 EUR bei den jüngsten Jahrgängen. Frauen aus dem Westen können in eine marginal bessere Zukunft blicken.

Eine Rentenstudie aus dem Jahr 2012 der Freien Universität Berlin bestätigt die schlechte Ausgangslage für Frauen. Besonders die aktuell 45- bis 50-Jährigen wären akut von Altersarmut bedroht. Demnach würden 41 % der westdeutschen und 21 % der ostdeutschen Frauen dieser Altersgruppe mit einer Rente unterhalb der Grundsicherung rechnen müssen.

  • Geringverdienende Selbstständige

Aber nicht nur Geringverdiener und Arbeitslose sind von steigender Altersarmut betroffen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) stellte einen Ratgeber für Selbstständige zusammen. "Die Vorstellung, dass Selbstständige finanziell stark und deswegen nicht auf den Rückhalt einer Solidargemeinschaft angewiesen seien, entspricht immer weniger der Wirklichkeit", sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach Mitte Februar 2010 in Berlin bei der Vorstellung der Broschüre. "Die Solo-Selbstständigen verfügen häufig über wenig Betriebskapital, haben eine geringe Marktmacht und keine geschützten Strukturen, wie es zum Beispiel bei den "klassischen" freien Berufen - Anwälte, Ärzte oder Apotheker - gegeben ist."

Viele Selbstständige erzielen nur ein Einkommen von knapp 800 EUR im Monat. Für die soziale Absicherung steht daher meist kein Geld zur Verfügung. Untersuchungen zufolge sind beinahe 25 % der Selbstständigen von Altersarmut bedroht. "Häufig reichen schlicht die Einnahmen nicht aus, um die Alterssicherung und manchmal sogar die Krankenversicherung zu bezahlen", meint Buntenbach. Wegen dieser Entwicklung bei den Selbstständigen plädieren inzwischen auch Experten für eine gesetzlich vorgeschriebene Altersversorgung für Selbstständige.

  • Gutverdiener

Bernd Raffelhüschen, Professor für Finanzwissenschaft und Direktor des Forschungszentrums Generationenverträge an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg, der unter anderem für die Fondsgesellschaft Union Investment den Vorsorgeatlas 2009 zusammengestellt hat, hat im Zuge seiner Nachforschungen erstaunliches herausgefunden. Laut Raffelhüschen sind es gerade die Bewohner einkommensstarker Regionen wie Hamburg, München und Stuttgart, die von den Auswirkungen der sich wandelnden Altersversorgung am meisten betroffen sind.

Die Mitglieder dieser Bevölkerungsgruppe verdienen zwar überdurchschnittlich gut, zahlen jedoch nur bis zur gesetzlichen Obergrenze, der Beitragsbemessungsgrenze, in die staatliche Rentenversorgung ein. Bei Bezug der Rente ergibt sich daraus eine weit größere Lücke im Hinblick auf den Erhalt des Lebensstandards als bei Beziehern von mittleren und niedrigen Einkommen. Raffelhüschen rät daher Gutverdienern neben der Riester-Rente noch monatlich sechs bis acht Prozent des Lohns für die Altersversorgung zurückzulegen.
In unserer Rubrik "Produkte für Privatkunden" können Sie sich einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge verschaffen.